Malinois-Mischling Mona, 14 Jahre, von unten auf der Glasplatte
    Hunde von unten

    Drei Tage Köln: 85 Hunde, 67 Rassen und ein Fünfzehnjähriger, der gar nicht geplant war

    30. August 2026
    ca. 9 Min.

    85 Hunde. 67 Rassen. 5.532 ausgelöste Bilder. Vom 21. bis 23. August stand ich mit meiner Glasplatte bei den Rudelfreunden in Köln und habe drei Tage lang nach oben fotografiert.

    Falls du das noch nicht kennst: Der Hund steht auf einer Glasscheibe, die Kamera befindet sich darunter. Was dabei entsteht, sieht im Alltag niemand. Die Pfoten von unten, das Fell, wie es sich auf dem Glas verteilt, und dieser Blick nach unten, den ein Hund sonst keinem schenkt.

    Ein paar Zahlen, bevor die Hunde kommen:

    85Hunde, kein einziges anderes Tier
    67verschiedene Rassen (und Mischlinge daraus)
    1.363Kilo zusammen auf der Scheibe
    52 / 33Rassehunde / Mischlinge
    16,2Kilo Ø, 5 Jahre Ø
    18×zwischen leichtestem und schwerstem Hund

    Der Hund, an den ich am meisten denke, kommt weiter unten. Er stand gar nicht auf der Liste.

    Mona ist 14,5 Jahre, und ich konnte mich nicht entscheiden

    Malinois-Mischling Mona, 14 Jahre, von unten auf der Glasplatte Malinois-Mischling Mona, 14 Jahre, von unten auf der Glasplatte

    Deshalb siehst du hier zwei Bilder statt einem. Mona ist ein Malinois-Mix, 14,5 Jahre alt, 25 Kilo, und ich habe abends vor den Dateien gesessen und es einfach nicht hinbekommen. Das geht mir bei alten Hunden ständig so. Am Ende habe ich dann fünf, sechs Bilder, und jedes zeigt etwas anderes. Da kommt so viel Charakter mit. Die Jahre stehen ihnen im Gesicht, und von unten sieht man das noch deutlicher.

    Tequila und ihre Punkte

    Dalmatinerin Tequila von unten fotografiert

    Anderthalb Jahre, 26 Kilo, Dalmatinerin. Kleine Randnotiz, die viele nicht wissen: Dalmatiner kommen komplett weiß zur Welt, die Punkte entwickeln sich erst in den ersten Lebenswochen. Bei Tequila sind sie längst fertig, und von unten verteilen sie sich ganz anders, als man es von der Seite kennt.

    Doji, die älteste Rasse Japans

    Shiba Inu Doji von unten auf der Glasplatte

    Shiba Inu, zweieinhalb Jahre, 9,3 Kilo. Der Shiba ist die kleinste und älteste der japanischen Hunderassen, ursprünglich ein Jagdhund für unwegsames Gelände. Und er hat diesen Gesichtsausdruck, für den es kein gutes deutsches Wort gibt. Irgendwo zwischen „ich überlege es mir noch" und „nein". Von unten wird er nicht freundlicher, aber deutlich lustiger.

    Ollie, sieben Monate, und du kennst seine Rasse aus dem Kino

    Cairn Terrier Ollie, sieben Monate alt, von unten

    Cairn Terrier, 10 Kilo. Der berühmteste seiner Rasse heißt Toto und lief 1939 neben Judy Garland durch den Zauberer von Oz. Ursprünglich sind das schottische Erdhunde, gezüchtet, um sich zwischen Steinhaufen an Fuchs und Otter heranzuarbeiten. Von diesen Steinhaufen, den Cairns, kommt der Name. Bei einem Junghund, der genetisch fürs Buddeln gebaut ist, geht es weniger um die perfekte Pose als darum, den Moment zu erwischen, in dem er kurz stillhält. Das kann dauern.

    Momo, fast dreizehn

    Terrier-Mischling Momo von unten fotografiert

    6,5 Kilo, und als Rasse steht im Papier „Sardenmischung Terrier". Er kam gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Amy, ist auf diesem Bild aber allein unterwegs.

    Milo und Lucky, 10 Kilo neben 3 Kilo

    Spitz-Mischling Milo von unten auf der Glasplatte Yorkie-Mischling Lucky, 13 Jahre, von unten

    Die beiden gehören zusammen und sind trotzdem ein herrlicher Gegensatz. Milo ist Spitz-Mischling, zweieinhalb Jahre, 10 Kilo. Lucky ist Yorkie-Mischling, dreizehn Jahre alt, 3 Kilo. Alt und winzig auf einmal. Auf der Glasplatte wirkt so ein Hund plötzlich viel größer, als er ist.

    KIMA wiegt 2,5 Kilo

    Yorkshire Terrier KIMA mit 2,5 Kilo von unten

    Yorkshire Terrier, fünfeinhalb Jahre, und damit der leichteste Hund dieser drei Tage. Und dabei hat sie so einen schönen Zopf – den habe ich von unten gleich besonders lieb gewonnen. Merk dir das Gewicht kurz, gleich kommt das Gegenstück.

    Nala, Max und Lätti bringen 102 Kilo mit

    Cane Corso Nala von unten auf der Glasplatte

    Nala – Cane Corso, 36 Kilo pure Wache.

    Drei Hunde aus einer Familie, nacheinander auf der Scheibe. Nala ist Cane Corso, viereinhalb Jahre, 36 Kilo. Zwei alte Wachhundrassen an einem Termin, beide von einer Insel: der Cane Corso aus Italien, der Dogo Canario von den Kanaren. Beide wurden über Jahrhunderte für Hof und Vieh gehalten, und beide sehen von unten aus, als hätten sie das nie vergessen.

    Bei den Großen werde ich fast immer gefragt, ob das Glas das aushält. Ja, tut es. Die Platte ist genau dafür gebaut, und ich erkläre vor Ort jedem zweimal in Ruhe den Ablauf, bevor ein Hund auch nur einen Fuß darauf setzt.

    Dogo Canario Max von unten fotografiert

    Max – Dogo Canario, direkt von den Kanaren.

    Max ist Dogo Canario, neun Jahre, 30 Kilo. Ein Hund von einer Insel, der von unten genauso wachsam aussieht wie von der Seite.

    Cane Corso Lätti von unten auf der Glasplatte

    Lätti – noch ein Cane Corso, genauso schwer.

    Lätti wieder Cane Corso, achteinhalb Jahre, ebenfalls 36 Kilo. Zwei Cane Corsi in einer Familie – und beide tragen ihren Namen mit Würde.

    Raven wiegt 45 Kilo

    Schäferhund Raven mit 45 Kilo von unten

    Schäferhund, vier Jahre, der schwerste Hund des Wochenendes. Das ist das Achtzehnfache von KIMA weiter oben. Beide standen auf derselben Scheibe, im Abstand von ein paar Stunden. Er kam zusammen mit Cooper, einem Bordercollie mit 22 Kilo, also mit ungefähr der Hälfte seines Gewichts an der Seite.

    Maze, Malinois

    Malinois Maze von unten auf der Glasplatte

    Zwei Jahre, 25 Kilo, aufmerksam, drahtig, immer auf Empfang. Sie kam mit Laines, einem fast vierzehnjährigen Husky. Jung und alt an einem Termin.

    Zwei Huskys, einer davon vielleicht

    Siberian Husky Lou von unten fotografiert Husky-Mischling Blue von unten auf der Glasplatte

    Lou ist Siberian Husky, fast elf Jahre, 29 Kilo. Blue ist zehneinhalb, 26 Kilo, und bei ihm steht in den Unterlagen wörtlich „vermutlich Husky, ansonsten unbekannt". Ich mag solche Einträge sehr. Es gibt Hunde, deren Herkunft niemand kennt und die trotzdem aussehen, als hätten sie sie sich selbst ausgesucht. Von unten bekommen beide etwas Wölfisches, das im Alltag gar nicht so auffällt.

    Vier Mischlinge, vier offene Fragen

    Shih-Tzu-Mischling Maxi von unten fotografiert Aussiedor Rudi von unten auf der Glasplatte Aussiedoodle Spike von unten fotografiert Malteser-Jack-Russell-Mischling Vincent von unten

    Maxi ist Shih-Tzu und irgendwas, siebeneinhalb Jahre, 7,5 Kilo. Bei so viel Haar ist die Untersicht besonders schön, weil sich das Fell auf dem Glas ausbreitet wie ein Fächer.

    Rudi ist Aussiedor, fünf Jahre, 30 Kilo. Australian Shepherd trifft Labrador. Der Aussiedor ist keine Rasse, sondern eine Mischung mit hübschem Namen, und mir begegnet er in den letzten Jahren immer häufiger.

    Spike ist Aussiedoodle, anderthalb Jahre, 25 Kilo. Doodle laufen bei mir grundsätzlich als Mischling, egal wie schön der Name klingt.

    Vincent ist Malteser mal Jack Russell, ein Jahr und vier Monate, 8 Kilo. Der Jüngste in dieser Auswahl.

    Drei, die es einem leicht machen

    Labrador Retriever BLUNA von unten auf der Glasplatte

    Bluna, Labrador Retriever, fünfeinhalb Jahre, 28 Kilo. Labbis sind auf der Platte oft die Unkomplizierten. Hoch, Leckerlies geschnappt, widerwillig wieder runtergehoben, fertig.

    Französische Bulldogge Merlin von unten

    Merlin, Französische Bulldogge, viereinhalb Jahre, 17,5 Kilo. Von unten sind Bullys fast schon komisch, so gedrungen stehen sie da.

    Boxer Pablo von unten auf der Glasplatte

    Pablo, Boxer, sechseinhalb Jahre, 36 Kilo. Boxergesichter von unten sind ein eigenes Kapitel, weil sich sämtliche Falten noch einmal völlig neu sortieren.

    Bobbys Farbe war schon einmal offiziell falsch

    Biewer Yorkshire Terrier Bobby mit blau gefärbter Rute von unten

    Biewer Yorkshire Terrier, achteinhalb Jahre, 3 Kilo. Und seine Rute ist blau gefärbt, mit hundefreundlicher Farbe.

    Die Geschichte dahinter ist zu gut, um sie wegzulassen. 1984 fiel im Hunsrück im Wurf zweier Yorkshire-Züchter, Werner und Gertrud Biewer, ein Welpe mit weißen Abzeichen. Eine seltene Genmutation. Als Herr Biewer seine tricoloren Hunde 1988 in Wiesbaden ausstellte, befand der VDH: falsche Farbe, nicht zur Zucht geeignet. 1989 wurde der Biewer trotzdem als eigene Rasse anerkannt. Ein Hund, dessen Farbe man einmal für einen Fehler erklärt hat, kommt jetzt mit blauer Rute zu mir aufs Glas. Passender geht es kaum. Und ehrlich: Es muss ja nicht immer alles beige sein.

    Und dann kam Ingo

    Ratero Mallorquín Ingo, 15 Jahre alt, von unten

    Ingo stand nicht auf meiner Liste. Seine Menschen waren mit zwei anderen Hunden da, mit dem elfjährigen Django und dem dreijährigen Joker. Nach dem Shooting fragten sie mich, wo wir denn sonst noch unterwegs seien. Sie hatten jetzt gesehen, wie das abläuft, und konnten sich gut vorstellen, dass ihr Alter das auch mitmachen würde. Dann erzählten sie, dass sie nur sieben Kilometer entfernt wohnen.

    Also habe ich sie nach Hause geschickt, eine Lücke in den Tag gebaut, und kurz darauf stand Ingo auf meiner Glasplatte.

    Er ist Ratero Mallorquín, 7 Kilo, fünfzehn Jahre und sieben Monate alt. Der älteste Hund des Wochenendes. Seine Rasse stammt von Mallorca und hatte dort einen sehr unromantischen Job: Ratten fangen, in Ställen und Vorratskammern. Daher der Name. Von der FCI ist der Ratero bis heute nicht anerkannt, außerhalb Spaniens kennt ihn kaum jemand.

    Und dieses Jahr wäre er fast gestorben. Ein Behandlungsfehler, und man sieht ihm bis heute an, wie sehr ihn das gezeichnet hat. Seine Menschen haben an ihn geglaubt und ihn wieder aufgepäppelt. Jetzt erholt er sich, seinem Alter entsprechend, und wird zunehmend wieder lebensfroher. Solche Geschichten höre ich viele. Und genau deshalb bin ich so froh, dass wir Ingo mit so wenig Aufwand doch noch aufs Glas bekommen haben.

    Bitte fotografiert eure alten Hunde

    Das ist mir wirklich wichtig, deshalb steht es hier so deutlich. Alte Hunde können nicht nur fotografiert werden. Sie sollten es. Die meisten haben mit dem Shooting selbst überhaupt kein Problem, gerade die Alten nicht. Sie sind ruhig, sie kennen sich, sie lassen sich nicht mehr so schnell aus der Fassung bringen.

    Was du bedenken solltest, ist der Weg dorthin. Wenn dein Hund große Probleme mit dem Autofahren hat oder es ihm schwerfällt, überhaupt zum Ort des Shootings zu kommen, dann lass es lieber. Aber wenn das Transportthema für euch kein Thema ist, dann bring ihn einfach mit.

    Und falls du unsicher bist: Frag mich. Schreib mir eine Nachricht, ich sage dir ehrlich, was ich denke.

    Falls es vor Ort dann doch nicht klappt, weil es deinem Hund an dem Tag zu viel wird, oder falls du ihn wegen einer Krankheit doch lieber zu Hause lässt, entstehen dir keine Kosten. Ich erstatte das selbstverständlich zurück. Da musst du dir wirklich keine Gedanken machen.

    Es wäre so schade, ein Bild nicht zu haben, nur weil sich jemand nicht getraut hat zu fragen.

    Ein Wort zu den Rudelfreunden

    Bleibt noch ein Wort zu unseren Gastgebern. Bei den Rudelfreunden werden Hunde nicht geparkt, sondern betreut. Tagesbetreuung mit echten Spaziergängen, Rudelnächte, Dogwalking, und wer danach dreckig ist, kommt unter die Rudeldusche. Dazu Hundefriseur, Zahn- und Krallenpflege, Ernährungsberatung und Training für Mensch und Hund. „Gemeinsam statt einsam" steht bei ihnen über allem, und genau so hat sich das Wochenende angefühlt. Wenn du in Köln und Umgebung wohnst und jemanden für deinen Hund suchst, schau bei ihnen vorbei: rudelfreunde.de

    Und wir kommen wieder. Köln bleibt fest im Kalender, und zwar bei den Rudelfreunden.

    Und am Ende

    Drei Tage, 85 Hunde, 67 Rassen. Vom 2,5-Kilo-Yorkie bis zum 45-Kilo-Schäferhund, vom sieben Monate alten Cairn Terrier bis zu Ingo. Die Bilder, an die ich mich hinterher erinnere, sind selten die von den Hunden, bei denen man es erwartet. In Köln war es der, der gar nicht eingeplant war und sieben Kilometer entfernt wohnte.

    Lust auf ein Shooting?

    Die Termine für 2027 kommen in den nächsten Wochen nach und nach online. Köln ist wieder dabei, und wenn du nichts verpassen willst, schau in den nächsten drei Wochen mal auf die Terminseite.

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